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Wie gut bringst Du Deine Stärken in Deine Arbeit ein?

Aktualisiert: 30. Mai

Tagtäglich arbeiten viele Menschen ohne viel Freude und Energie. Potenzialentfaltung ist für viele Organisationen zwar kein Fremdwort. In der Praxis sieht es allerdings sehr mau aus mit der Umsetzung. Nicht umsonst ist die Stärkenorientierung ein wichtiger Teil des Neuen Arbeitens. "Mache das, was Du wirklich, wirklich willst." Gar nicht so einfach! Ein erster Schritt wäre allerdings, wenn sich Menschen in Organisationen darauf konzentrieren, was sie wirklich gut können. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein. Zudem ist es wohl glasklar, wie sich dadurch auch die Wertschöpfung für das Unternehmen verbessert. Ein Umdenken ist gefragt. Was bedeutet es, wenn Menschen stärkenbasiert arbeiten? Und wie können das Teams umsetzen?


Ein Überblick:

1. Ist Potenzialentfaltung nur ein Buzzword oder was steckt dahinter?

2. Wir haben alle Talente!

3. Alles Quatsch? Worauf warten Organisationen?

4. Praxistipp: Wie Potenzialentfaltung in Organisationen gelingen kann!


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Potenzialentfaltung nur ein Buzzword oder was steckt dahinter?


Genauso defizitorientiert wie unsere Gesellschaft ist, sieht es in den meisten Unternehmen aus. Von klein auf bekommen wir immer wieder aufgezeigt was wir nicht können, um uns zu verbessern. Unsere Stärken und der Blick darauf, was wir richtig gut können und ausbauen sollten geht dabei leider verloren. Der Fokus auf die "schlechten Seiten" der eigenen Person schlägt sich nicht selten auf das Selbstbewusstsein nieder. Dadurch verlieren viele Menschen den Blick für sich selbst und erlernen Berufe, die nicht zu ihnen passen. Es ist höchste Zeit das zu ändern!


Wenn es nach Frithjof Bergmann geht, sollten wir alle genau das tun, was wir wirklich, wirklich wollen. Das ist ein sehr erstrebenswertes Ziel und für die meisten Menschen bedeutet das eine intensive Suche nach dem tieferen Sinn. Selbst wenn wir uns aktiv auf die Suche machen, kann es etwas dauern, bis wir Antworten finden. Dennoch sollten wir uns alle auf diese Reise begeben.


Es muss jedoch nicht gleich eine ganze Transformation sein (so wie ich sie durchlebt habe - aber dazu unten mehr). Ein wichtiger erster Schritt ist es, das eigene Potenzial zu erforschen und die Stärken zu erkunden: Was kann ich gut, macht mir Freude und bringt mir Energie? Das ist etwas, das jede Person für sich selbst tun kann.


Als nächsten Schritt braucht es allerdings auch den Freiraum in der Arbeit, diese Stärken ausleben zu können. Einerseits, indem wir die passende Berufwahl treffen, andererseits, wenn wir unsere Stärken in der Arbeit einsetzen können. Dann bekommen wir Energie und die Arbeit macht uns Freude. Wir gewinnen an Lebensqualität. Anders ist es, wenn wir nur unsere Kompetenzen oder im schlimmsten Fall, unsere "Anti-Kompetenzen" einsetzen: Das sind solche Tätigkeiten, die wir uns angeeignet haben, aber nicht zwangsläufig Spaß machen. Im Gegenteil, sie können uns auch Energie ziehen.


Ich bin ein gutes Beispiel für diese Suche. Als Wirtschaftsjuristin bin ich in die Arbeitswelt gestartet und habe festgestellt, dass ich kaum Freude bei der Arbeit habe und meine Stärken in anderen Dingen liegen. Dann habe ich mich auf den Weg gemacht: Zum systemischen Business Coach, zur Change Managerin, zum Design Thinking Coach, zur wirtschaftspsychologischen Beraterin... die Reise geht weiter. Das sind allerdings nur Jobtitel. Dahinter steckt die Suche und Vertiefung meiner Interessen, Stärken, Talente und Fähigkeiten. Ein langer, intensiver und steiniger Weg, der sich für mich mehr als nur gelohnt hat. Heute bin ich glücklicher und zufriedener denn je. Früher habe ich geackert, heute gehe ich meinen Leidenschaften nach. Ach, und da fällt mir glatt noch eine Frage ein: Arbeitest Du noch oder wirkst Du schon? :)


Wir haben alle Talente!


Nicht zu vergessen ist, dass wir Menschen auch alle Talente mitbringen. Für mich war dieser Begriff immer mit etwas ganz besonderem verbunden. Etwas, das alle haben, nur ich nicht. So ist es aber nicht. Wir alle haben Talente, d.h. natürliche Begabungen, die uns leichter fallen als anderen. Bei manchen fallen diese Talente gleich besonders auf, andere widerum müssen danach suchen. Es hängt ja auch davon ab, inwieweit wir mit ihnen überhaupt in Berührung kommen. Und dann heißt es immernoch "üben, üben, üben". Es bedeutet nämlich nicht, dass unsere Talente nicht ausbaufähig sind.


Beispielsweise habe ich erst mit Mitte dreißig erkannt, dass ich ein Talent für Portrait zeichnen habe. Ich wusste, dass ich einen Hang zum Kreativen habe und es mir große Freude macht zu malen. Hätte meine Kunstlehrerin nicht zu mir gesagt, dass ich ein Porträt mit Bleistift zeichnen soll ("Probier' es doch mal!"), hätte ich niemals herausgefunden, dass ich es besonders gut kann. Und selbstverständlich muss ich weiter üben, wenn ich darin noch besser werden möchte. Talente haben aber nicht nur einen künstlerischen Hintergrund. Frage Dich doch mal: Was fällt Dir leichter als anderen? Was konntest Du schon als Kind besonders gut?


Übrigens kann es durchaus sein, dass wir zwar ein Talent haben, allerdings keine Freude daran. Dann sollten wir auch die Finger davon lassen, denn es wird uns dauerhaft mehr Energie ziehen, als wir gewinnen.


Ich habe mich früher gefragt, warum mir tagtäglich die Energie regelrecht ausgesaugt wurde. Erst als ich meine Stärken herausgearbeitet habe und insbesondere meine Anti-Kompetenzen kennenlernte, habe ich verstanden, was gerade falsch lief. Anti-Kompetenzen sind für mich Fähigkeiten, die sich Menschen aneignen und auch gut können, allerdings keine Freude bereiten. Deshalb ziehen solche Tätigkeiten einem viel Energie. Du kannst Dir vorstellen, wie sich ein Arbeitstag anfühlt, wenn selten die eigenen Stärken, dafür aber viele Anti-Kompetenzen eingebracht werden müssen. Und das vor dem Hintergrund: "Ich kann das ja, deshalb muss ich das machen." oder "Jede:r muss das können." Schon mal gehört? Für mich jedenfalls war die Suche nach meinen Stärken eine Reise zu mir selbst!


Potenziale sind also unsere "zukünftige Kapazität", die wir in uns tragen, d.h. all unsere Stärken, Talente und Fähigkeiten, die uns Freude bereiten und wir noch ausbauen können. So werden wir zu regelrechten Energiebündeln. :) Wir müssen uns nur die Zeit nehmen sie zu entdecken!


Alles Quatsch? Worauf warten Organisationen?


Es ist, als ob in vielen Unternehmen die Menschen regelrecht darauf warten, endlich abzuheben! Potenzialentfaltung hat einen positiven Einfluss auf unsere Lebensqualität, auf unser persönliches Wachstum und auch auf das Selbstbewusstsein. Stell Dir einfach mal vor, Du machst ständig Dinge, die Dir Spaß machen und in denen Du gut bist! Dann gehst Du ja ganz anders durchs Leben, als wenn Du ständig Dinge tust, die Du nicht kannst oder Dir keine Freude bereiten.


Übertrage dies nun mal auf Organisationen. Was wäre dann möglich? Es ist nicht nur, dass die Menschen, die dort arbeiten, zufriedener und selbstbewusster sind, sondern die Tätigkeiten werden deutlich besser ausgeführt. Konsequenterweise werden bessere Ergebnisse erzielt. Die Organisation ist lebendiger, kreativer und gesünder. Was für ein toller Ausblick, oder?


Alles nicht realistisch? Fragst Du Dich das jetzt? Doch!


Na gut, wenn wir in die meisten Unternehmen heute reinschauen, entdecken wir leider tatsächlich wie weit weg wir mit diesem Denken von der Realtität sind. Aber genau deshalb sprechen wir ja von New Work!


Vor kurzem habe ich mit einer Personalerin über Potenzialentfaltung gesprochen und sie sagte, "Ja, wir sprechen mit den Führungskräften darüber. Sie kennen mittlerweile die Stärken in ihrem Team. Aber nur damit sie danach an ihren Schwächen arbeiten können."


Mir ist die Kinnlade heruntergepurzelt. Warum das denn?


Wie oben schon gesagt, wachsen wir seit unserer Kindheit in einer Defizitgesellschaft auf. Das zieht sich vom Kindergarten, über die Schulzeit bis ins Unternehmen rein. "Wer hat den Fehler gemacht?", "Wer ist Schuld?", "Diese Person ist eine Niete!" usw. Traurig, oder?


Wenn jede:r das macht, was er:sie gut kann, ist die Betrachtung von Schwächen hinfällig. Es ist deshalb wichtig das Potenzial im Team ganzheitlich zu betrachten und zu schauen, wer welche Stärken hat, um sich sinnvoll zu ergänzen. Das gilt für eine Partnerschaft ebenso wie für ein Team. Im Fußball werden die Spieler:innen doch auch nur an die Position gesetzt, die sie richtig gut spielen können. Und wenn eine notwendige Stärke für ein Team nicht vorhanden ist, sollte man eine weitere Person finden, die diese Dinge nicht nur gut kann, sondern sie auch mit Freude macht.


Mir wurde einmal von einem Vorgesetzten gesagt: "Ich erwarte von Dir, dass Du das alles kannst. Genauso wie von den anderen." Welch eine Energieverschwendung! Ist es doch menschlich, dass nicht alle alles können. Vielmehr sollte die Superpower teamübergreifend betrachtet und sie dann richtig eingesetzt werden.


So wie viele Menschen heute die Arbeit erleben, können sich nur wenige vorstellen, dass es möglich ist sie im Team so umzuverteilen, dass die Tätigkeiten entsprechend den Stärken verteilt werden. Doch genau darauf kommt es an!


Praxistipp:

Wie Potenzialentfaltung in Organisationen gelingen kann!


Die Betrachtung der Potenziale sollte zunächst auf die Teamebene heruntergebrochen werden. Denn in den Teams passieren die Wunder der Arbeit. Für Teams gilt: Erkennt eure Stärken und nutzt sie!


Potenzialentfaltung hat zwei Seiten: Erstens - die Stärken, Talente etc. von den Teammitgliedern überhaupt zu kennen. Zweitens - und daran hapert es sehr oft - diese Potenziale auch zu nutzen.


Für die Praxis habe ich deshalb einen Steckbrief entwickelt, der von den Teammitgliedern ausgefüllt werden kann. Den kannst Du Dir unten kostenlos herunterladen. (Wenn Du außerdem das Abo von meinem Blog aktivierst, erhältst Du meine gesamte, kostenlose New Work Toolbox.)


Gemeinsam schaut Ihr dann auf ein wundervolles Sammelsurium Eurer Team Superpower!


Als nächstes werft Ihr den Blick auf Eure Tätigkeiten: Was macht eigentlich wer genau? Ihr erstellt ein großes Board mit all Euren Tätigkeiten, die Ihr durchführt. Dabei fallen Euch sicherlich auch Doppelarbeiten oder unnötige Arbeit auf. Wie wunderbar dies alles einmal im Blick zu haben, oder?!


In diesem Schritt könnt Ihr Euch durchaus auch einmal überlegen welche Tätigkeiten denn überhaupt noch Sinn machen oder sogar fehlen. Je nachdem wie intensiv Ihr hier reingehen wollt.


Abschließend betrachtet Ihr dann Eure Stärken und besprecht, welche Tätigkeiten wer am besten übernimmt. Höchstwahrscheinlich gibt es auch Aufgaben, die niemanden so wirklich Spaß machen. Hier gibt es auch unterschiedliche Möglichkeiten damit umzugehen: Ihr teilt sie fair auf oder routiert die Aufgaben im Team. Eventuell findet Ihr hier eine noch bessere Lösung.


Was noch gesagt werden muss: Achtet man genau auf die individuellen Stärken stellt sich eventuell auch die eine oder andere Person die Frage, ob sie in dem Team falsch ist und die Stärken woanders besser zum Einsatz kommen. Diese Frage sollte nicht als etwas negatives oder als Niederlage betrachtet werden.


Im Gegenteil: Ja, manchmal ist es besser, wenn die Person die mutige Entscheidung trifft und sich neue Aufgaben innerhalb oder außerhalb des Unternehmens sucht.


Es besteht nun aber auch eine neue, einzigartige Möglichkeit: Neue Aufgaben zu schaffen, die einen Mehrwert für das Team bzw. die Kund:innen bringen UND das Potenzial des Teammitglieds nutzen. Das erfordert natürlich Kreativität und ein Umdenken. Es eröffnet auch eine neue Welt des Arbeitens!


Stärken_Steckbrief
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Du möchest auch die Potenziale in Deinem Team voll nutzen? Ich freue mich, wenn Du auf mich zukommst.


Nun erstmal viel Spaß beim Ausprobieren!


Deine Domenika


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Hi, ich bin Domenika!

Mein Antrieb ist es, eine neue und digitale Arbeitswelt mitzugestalten, die

menschlich, gesund und leistungsstark ist, damit unsere Wirtschaft ihr volles Potenzial entfalten kann. Deshalb berate ich Organisationen und begleite Führungskräfte mit ihren Teams in eine zeitgemäße Zusammenarbeit.


Komm bei Fragen und Anmerkungen gerne auf mich zu oder lass uns einfach kennenlernen!


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Bildquellen: www.canva.com und WIX Library


Inspiriert durch: Der Loop Approach von S. Klein und B. Hughes