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Das Mysterium der idealen Führungskraft: Worauf es wirklich ankommt!

Aktualisiert: 5. Feb. 2023

Was macht eigentlich die perfekte Führungskraft aus? Organisationen versuchen durch Assessments und andere Checklisten die richtige Person anhand bestimmter Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften zu finden. Bilder über die optimale Führungskraft sind jedoch wie Maßstäbe an den idealen Menschen: Realitätsfremd, unmenschlich und niemals erreichbar! Idealbilder sind unbewusste Stressfaktoren und kaum zu erfüllen. Sie sagen jedoch vielmehr über das Umfeld aus, in dem wir uns bewegen. Die Eierlegendewollmichsau ist out! Es wird Zeit, nicht mehr an den Menschen zu doktorn, sondern am System! Worauf es bei Führung wirklich ankommt, erfährst Du in meinem Beitrag.


Mit einer Toolbox für Führungskräfte zum Downloaden!



Moderne Ansprüche an Führungspersonen sind genauso falsch wie altmodische Ansichten über Führung.


Eine gute Führungskraft ist charismatisch, empathisch und am besten weiblich!


Quatsch! Natürlich ist das viel zu pauschal!


Immer wieder stoße ich jedoch auf Artikel und Beiträge, die Idealbilder wie diese über eine Führungskraft beschreiben. Wie sie zu sein hat und welche Persönlichkeitsmerkmale die Person mitbringen muss.


Früher war es durchsetzungsstark, hart, zielstrebig. Heute ist es charismatisch, empathisch und motivierend. Denn ansonsten sind die Mitarbeitenden demotiviert oder leiden sogar.


Eins vorab: Es ist nicht möglich Mitarbeitende durch eine Führungsperson nachhaltig zu motivieren, allerdings zu frustrieren! Nämlich dann, wenn die eigene, intrinsische Motivation, die Mitarbeitende normalerweise immer mitbringen, kaputt gemacht wird.


Für die intrinsische Motivation braucht es vor allem drei Faktoren:

  1. Autonomie: Die Möglichkeit eigene Entscheidungen zu treffen.

  2. Sinnhaftigkeit: Die Menschen wissen, warum sie etwas tun und leisten einen spürbaren Beitrag.

  3. Wachstum: Mitarbeitende können ihre eigenen Stärken und Potenziale einbringen und an ihren Aufgaben wachsen.

Gute Führung muss also einen guten Rahmen schaffen.


Diese "So-muss-eine-Führungskraft-sein-Bilder" sind nicht nur unrealistisch, sie lenken vor allem von dem eigentlichen Problem ab und verursachen Stress für diejenigen, die diese Idealbilder erfüllen müssen!

 

In meiner kostenlosen New Work Toolbox findest Du die Checkliste New Leadership sowie viele weitere Tools, die Du oben auf der Startseite von meinem New Work Blog downloaden kannst:

Solltest Du meine Beiträge schon abonniert haben, hast Du meine aktuelle Version von der Toolbox mit allen neuen Tools bereits in Deinem Postfach.

 

Es ist viel wichtiger einen Blick auf das System zu werfen, anstatt den idealen Menschen zu suchen!


Was das eigentliche Problem ist, anstatt es alleine der Führungsperson zuzuschieben:

1. Strukturen, die existenzielle Abhängigkeiten zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden schaffen.


2. Einseitige Feedback- und Leistungsbeurteilungs-prozesse bzw. Kontrollprozesse.


3. Macht, die auf wenigen Köpfen verteilt wird.


Den Wunsch, dass die Führungskraft vor allem empathisch und wertschätzend ist, Interesse an der Entwicklung von Menschen hat etc., kann ich gut nachvollziehen.


Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Mitarbeitenden sich in Abhängigkeiten zur Führungskraft befinden und auf den guten Umgang, das Wohlwollen und die Wertschätzung von ihr angewiesen sind.


Die Persönlichkeit der Führungskraft löst also nicht das eigentliche Problem!

Worauf kommt es dann bei Führung an?


Es gibt einen Punkt, an den sich sehr selten die Führungskräfte und Organisationsentwickler:innen in Organisationen herantrauen: Die "altbewährten" Strukturen und Prozesse. Hier spreche ich nicht von strukturellen Veränderungen wie die Zusammenlegung von Abteilungen etc. Sondern von den hierarchischen Strukturen und Kontrollprozessen.


Menschen zu verändern ist bekanntermaßen nicht möglich, wird jedoch immer wieder versucht. Prozesse und Strukturen können einfacher verändert werden. Wenn diese verändert werden, verändern sich die Menschen mit ihnen.


Das ist natürlich leichter gesagt als getan! Aus meiner jahrelangen Erfahrung als Change Beraterin ist das die schmerzhafteste Seite für Führungspersonen, weil es damit verbunden ist, Führung und Arbeit wirklich neu zu denken!


Der Verlust von Kontrollprozessen wird durch Vertrauen ersetzt. Das widerum setzt voraus, dass die Führungskräfte davon ausgehen, dass Menschen freiwillig und gerne arbeiten und grundsätzlich aus sich selbst heraus gewillt sind, ihr Bestes zu geben und Leistung zu bringen. Oder, was ich favorisiere: Zu wirken!


Ein positves Menschenbild ist also Grundvoraussetzung.


An dieser Stelle höre ich oftmals ein "Ja, aber...". Ja, es gibt auch Menschen, die nicht gerne arbeiten und die keine Leistung bringen wollen. Das sind jedoch die wenigsten. Und auch bei ihnen bin ich davon überzeugt, dass die Motivation widerkommt, wenn sie sich in freieren Strukturen bewegen und Aufgaben übernehmen, die sie richtig gut können. Das Thema ist jedenfalls zu komplex, um es mit einem Satz zu beantworten.


Für eine gute Führung muss also folgendes passieren:


💡 Die Strukturen so verändern, dass existenzielle Abhängigkeiten der Mitarbeitenden von Führungspersonen vermieden werden

💡 Mitarbeitenden einen klaren Rahmen schaffen, der Orientierung gibt und indem sie sich frei bewegen können

💡 Prozesse in den Alltag etablieren, die Spannungen und Konflikte gut bearbeiten


Was wäre möglich, wenn...


...Führung als Co-Kreation verstanden wird?

...Wertschätzung und Feedback nicht alleine von der Führungsperson abhängt?

...jede Person Eigenverantwortung für die persönliche Weiterentwicklung übernehmen kann?


Viel wichtiger ist das Erlernen von Kompetenzen wie bspw. eine konstruktive Konfliktlösungskompetenz oder die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Und das trifft auf alle Menschen zu!


Wenn wir Abhängigkeiten aufbrechen und uns von der Beurteilung von Persönlichkeiten lösen, dann dürfen Menschen endlich Menschen sein!


Egal, ob wir von der Führungsperson oder von den Mitarbeitenden sprechen.


Gute und moderne Führung schafft einen klaren Rahmen, damit alle Teammitglieder Orientierung haben, möglichst eigenständig arbeiten und selbst gute Entscheidungen treffen können. Dann ist es auch egal, von wo aus sie arbeiten!


Wie genau das passieren kann, erfährst Du in meinem nächsten Blogbeitrag.


Du hast Fragen oder Anregungen? Du fühlst Dich von dem Thema angesprochen und hättest gerne Unterstützung? Dann komm gerne auf mich zu: wandel@domenika-rinke.de.


Deine Domenika


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Hi, ich bin Domenika!

Mein Antrieb ist es, eine neue und digitale Arbeitswelt mitzugestalten, die

verbunden, menschlich und wirkungsvoll ist. Deshalb berate ich Organisationen und begleite Führungskräfte mit ihren Teams in eine zeitgemäße Führung und Zusammenarbeit, die effektiv ist und Spaß macht!


Komm bei Fragen und Anmerkungen gerne auf mich zu oder lass uns kennenlernen!



+49 (0) 176 47104119

 

Bildquellen: WIX und privates Foto.



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